Herausforderungen und Wertschätzung während der Corona-Krise

Mitarbeiter von Schneider & Wulf freuen sich über naschlabor Geschenkboxen


Produktion, Logistik, Nachfrage - wegen der Corona-Krise wird die Wirtschaft merkbar ausgebremst. Wie das Babenhäuser IT-Unternehmen Schneider & Wulf damit umgeht und warum Wertschätzung das Wichtigste ist, hat uns unser Kunden Sven Wulf (Geschäftsführer und Kundenbetreuer der Schneider & Wulf EDV-Beratung GmbH & Co. KG) im Interview beantwortet:

 

1.    Als IT-Spezialist arbeitet ihr hauptsächlich Online. Inwiefern seid ihr überhaupt von der Corona-Krise betroffen bzw. habt ihr Veränderungen in eurem Arbeitsalltag festgestellt?

Für einige Kollegen ist es eine große Umstellung, denn zu 90% arbeiten alle im Büro und von dort dann  über eine Remote-Verbindung direkt auf den Rechnern der Kunden. Das Umfeld ist komplett verschieden, wir mussten herausfinden, wie wir bestmöglich miteinander kommunizieren können, um weiterhin einen perfekten Support zu bieten. Dafür nutzen wir Software wie „Microsoft TEAMS“ und auch „Teamspeak“, welche ich vorher nicht kannte und meine Softwareentwickler ins Spiel brachten.

2.    Vor welche Herausforderungen stellt euch die aktuelle Corona-Krise?

Im Tagesgeschäft und was bestehende beziehungsweise neue Projekte angeht merken wir keine Veränderung. Wir haben extrem viel zu tun, aber unsere Kunden sind teilweise deutlich angespannter. Alles muss noch schneller gelöst werden, zum Beispiel wenn es zu technischen Problemen kommt. Natürlich verstehen wir die Gründe für den Druck, der durch die aktuelle Situation auf unseren Kunden lastet, deshalb versuchen wir sie hier mit viel Einfühlungsvermögen und einer schnellen Umsetzung bestmöglich zu entlasten.

3.    Womit könnt ihr eure Kunden in dieser Zeit besonders gut unterstützen? Wobei brauchen eure Kunden gerade jetzt IT-seitig Unterstützung?

Wir haben uns schon länger auf gewisse Themen spezialisiert, beispielsweise versuchen wir im Bereich IT-Sicherheit als „Hacker“ Sicherheitslücken in Unternehmen aufzuspüren und diese zu beseitigen. Gerade aufgrund der vielen Homeoffice-Anbindungen momentan stellt uns das vor eine große Herausforderung. Denn somit ist das Risiko erhöht, sich Zuhause eine Schadsoftware einzufangen und diese in das Firmennetz zu übertragen.

Aber das größte Thema ist für uns aktuell „Microsoft TEAMS“, was sehr viele Kunden bereits einsetzen oder zukünftig einsetzen wollen. Werden die User nicht geschult, geht das garantiert nach hinten los! Durch die scheinbar endlosen Möglichkeiten, die dieses Tool bietet, benötigen viele unserer Kunden besondere Unterstützung. Bei der Frage wie es eingeführt und genutzt wird, sowie welche generellen Möglichkeiten es bietet, wird für uns eines ganz klar: es ist deutlich mehr als eine einfache Videokonferenz.  

4.    Wie könnt ihr gewährleisten, dass eure Mitarbeiter weiterhin motiviert und mit Spaß bei der Sache sind?

Das Wichtigste ist, sich im Team gegenseitig zu supporten und seinen Mitarbeitern gerade in dieser Zeit Rückhalt zu geben. Wöchentliche Meetings mit allen, viel positive Kommunikation per TEAMS, 1:1 Calls und die gemeinsame Freude auf die Zeit nach dieser Ausnahmesituation macht es uns leichter, diese stressige Zeit gemeinsam zu meistern! Als besonderen Dank haben wir unseren Mitarbeitern Naschpakete vom naschlabor zukommen lassen, als kleine Aufmerksamkeit und natürlich als Nervenfutter.

5.    Warum glauben Sie, dass ein Home-Office Paket gerade in der aktuellen Situation das Richtige ist?

Welcher Mitarbeiter freut sich nicht über ein persönliches Goodie von der Geschäftsleitung, als Dank für die geleistete Arbeit?

Es ist deutlich intensiver 8 bis 10 Stunden im Homeoffice zu arbeiten als im Büro. Man vergisst Pausen zu machen, es fehlen die Kollegen und vielleicht müssen auch noch die Kinder betreut werden. Deshalb haben wir uns dazu entschieden unseren Mitarbeitern als „Süße Motivation“ und zur Wertschätzung der geleisteten Arbeit die Naschpakete zukommen zu lassen. Der Zusammenhalt im Team und auch ein positives Betriebsklima sind für mich das A und O. Das wichtigste ist die Wertschätzung!

6.    Wie wird sich eurer Meinung nach, die Krise langfristig auf die Arbeitsweise deutscher Unternehmen auswirken?

Wir werden respektvoller miteinander umgehen, Geschäftspartner werden auch Mal zu Freunden. Wir werden wieder mehr in Deutschland produzieren, um nicht vom Ausland abhängig zu sein. Am meisten hoffe ich aber, dass die Digitalisierung schneller fortschreiten wird, da die Unternehmen jetzt herausfinden, wo ihre Defizite liegen.

7.    Was sind für euch die positiven Aspekte, die die aktuelle Situation mit sich bringt?

Das ist schwierig zu beantworten und vor allem eine Frage des Blickwinkels. In Summe ist es für viele eine Katastrophe – gesundheitlich und wirtschaftlich. Gerade kleine Unternehmen oder auch Selbständige können nicht viel Positives aus der Situation ziehen.   
Positiv ist für uns gerade das wir weiter mit viel Arbeit und Projekten unterwegs sind. Ich denke aber das wichtigste für alle, aber vor allem für die Familien, ist die Entschleunigung der völlig überhitzten letzten Jahre. Ich finde es zudem auch überaus positiv, wie hilfsbereit und achtsam sich viele Menschen gerade verhalten und hoffe, dass es auch nach dieser Zeit weiterhin einen positiven Effekt auf unseren Alltag hat.

8.    Welche Learnings aus der Krise könnt ihr anderen Unternehmen mit auf den Weg geben?

Endlich verstehen, dass man deutlich flexibler arbeiten können muss. Endlich verstehen, dass es keinen Sinn macht, wegen einem Zwei-Stunden-Meeting 500 Kilometer mit dem Auto zu fahren. Letztlich ist weniger meist ist mehr und ein jährlich festgelegtes Wachstum um X % sollte nicht der Hauptfokus sein.

 

Auf dem Bild v.r.n.l.: Übergabe der Mitarbeiter-Naschboxen durch Can Kapikiran (Geschäftsführer der naschlabor GmbH) an Sven Wulf (Geschäftsführer der Schneider & Wulf EDV-Beratung GmbH & Co. KG).